tenax vitæ

Martin Wühler hat an der HGB Leipzig Medienkunst studiert und kreiert Installationen, die zwischen Digital und Analog changieren.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf eines der Hauptwerke von Rinaldo Carnielo: Tenax Vitae / Zähes Leben | Hartes Leben | Dunkles Leben.
Der italienische Bildhauer hatte den Hang zu einer realistischen und morbiden Detailverliebtheit, welche zu seiner Zeit ambivalent rezipiert wurde. Es wird ihm nachgesagt, dass er kaum Arbeiten verkaufen konnte, da er seinen eigenen Anspruch an sich selbst immer Vorrang eingeräumt hatte.

Die Objekte in der virtuellen Ausstellung sind in der selben Zeit entstanden wie die Arbeit Tenax Vitae – Ende des 19 Jhd.. Mittels der durch Fotogrametrie digitalisierten Skulpturen diverser Grabmäler, hauptsächlich in Deutschland, wird der harte Stein in das Fluide des Virtuellen überführt. Dort können Skulpturen, losgelöst von ihrer Ortsgebundenheit, beliebig verändert, kombiniert und mit den verschiedensten Technologien bearbeitet werden. Im Fokus der Arbeiten steht zudem der Aspekt Kopie und Original – Was ist Wahrheit – was bedeutet Glauben. Die virtuelle Ausstellung ist somit als ein Zwischenschritt – vom harten Lebenden zum flüssigen Toten – zu verstehen. Ein kleiner Einblick in das stetig wachsende Archiv und Labor des Künstlers Martin Wühler.


Wilko Austermann
Kurator
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